Ein erstes Gespräch über Energieeffizienz in Gewerbeimmobilien kann schnell unübersichtlich werden, wenn die relevanten Unterlagen nicht griffbereit sind. Wir zeigen, welche Dokumente und Datenpunkte Sie vorab zusammenstellen sollten, damit die Beratung konkret wird und nicht im Allgemeinen stecken bleibt.
Gebäudebestand und letzte Sanierung
Beginnen Sie mit den Bauplänen und der letzten Energieausweis-Kopie. Notieren Sie das Baujahr, die letzte Dach- oder Fassadendämmung und den Zeitpunkt des letzten Heizungstauschs. Diese Angaben sind die Grundlage für jede GEG-konforme Bewertung.
Fehlen die Pläne, reichen oft Fotos der Verteilerkästen und der Heizzentrale. Wichtig ist das Alter der Umwälzpumpen und der Regelungstechnik – ältere Pumpen der Klasse A oder B sind ein klarer Hinweis auf Einsparpotenzial.
Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre
Strom- und Gasrechnungen der vergangenen 36 Monate erlauben eine erste Lastganganalyse. Idealerweise liegen die Daten monatlich vor, nicht nur jährlich. So erkennen wir saisonale Spitzen und Grundlasten, die auf ineffiziente Lüftungs- oder Kälteanlagen hindeuten.
Falls vorhanden, bringen Sie auch die Abrechnungen der letzten Wartung von Klima- und Lüftungsgeräten mit. Die Filterwechselintervalle und die gemessenen Volumenströme sind Indikatoren für den tatsächlichen Betriebszustand.
Bestehende Regelung und Automatisierung
Notieren Sie Hersteller und Typ der Gebäudeleittechnik (GLT) oder der DDC-Regler. Ein Foto des Bedienpanels oder der Software-Oberfläche hilft uns, die vorhandene Funktionalität einzuschätzen. Viele Anlagen laufen im Handbetrieb, obwohl eine zeitgesteuerte Absenkung möglich wäre.
Listen Sie auf, welche Zonen getrennt geregelt werden – Büroflächen, Lagerhallen, Produktion. Je feiner die Zonierung, desto gezielter können wir die Heiz- und Kühlkurven anpassen. Das ist besonders relevant für die GEG-Anforderung an die Zonenregelung in Gebäuden ab 500 m².
Wartungsprotokolle und Störungsmeldungen
Wartungsberichte der letzten zwei Jahre zeigen, welche Komponenten häufig ausfallen oder nachjustiert werden müssen. Wiederkehrende Störungen an Ventilatoren oder Wärmetauschern deuten auf eine Überdimensionierung oder falsche Drehzahlregelung hin.
Bringen Sie auch die letzte Messung der elektrischen Spannungsqualität mit, falls vorhanden. Oberschwingungen durch Frequenzumrichter oder LED-Treiber können die Lebensdauer von Motoren und Kondensatoren verkürzen – ein Thema, das in der VDE-AR-N 4100 zunehmend relevant wird.
Fragen, die Sie selbst mitbringen sollten
Überlegen Sie vorab, welche konkreten Probleme Sie lösen möchten: Sind die Heizkosten in den letzten zwei Jahren gestiegen? Läuft die Lüftung auch nachts? Gibt es Beschwerden über Zugluft oder ungleichmäßige Temperaturen? Je präziser die Frage, desto zielgerichteter die Analyse.
Notieren Sie auch, ob Sie bereits eine Förderung nach BEG oder KfW beantragt haben. Die Kombination aus Beratung und Fördermittelantrag erfordert oft separate Nachweise, die wir im Erstgespräch skizzieren können.