Nicht jedes Beratungsmodell passt zu jedem Projekt. Wer eine gewerbliche Bestandsanlage auf GEG-Niveau bringen oder eine neue Ladeinfrastruktur nach VDE-AR-N 4100 auslegen muss, steht vor der Frage: Kauf ich eine Studie, buche ich eine Baubegleitung oder setze ich auf ein Jahrespaket mit regelmäßigen Audits? Die Antwort hängt von der konkreten Aufgabenstellung ab – und von den internen Kapazitäten.
Warum Pauschalangebote oft danebenliegen
Viele Energieberater bieten einheitliche Pakete an: „Energieaudit nach DIN 16247“ oder „GEG-Nachweis Komplett“. Das klingt planbar, aber in der Praxis unterscheiden sich die Ausgangsdaten erheblich. Ein Logistikzentrum mit 20 Jahren alter Lüftungssteuerung braucht eine andere Tiefe der Analyse als ein Neubau mit digitaler Gebäudeautomation. Wer ein Standardpaket kauft, bezahlt entweder für Leistungen, die er nicht braucht, oder erhält Ergebnisse, die zu allgemein bleiben, um eine konkrete Investitionsentscheidung zu treffen.
Wir arbeiten deshalb mit drei klar getrennten Formaten: einer kompakten Erstbewertung, einer detaillierten Machbarkeitsstudie und einer projektbegleitenden Umsetzung. Jedes Format hat einen festen Leistungsumfang, der auf bestimmte Fragestellungen zugeschnitten ist. Der Kunde wählt nicht das günstigste Paket, sondern das passende Werkzeug.
Die kompakte Erstbewertung – für den Überblick
Dieses Format richtet sich an Betreiber, die wissen wollen, ob sich eine bestimmte Maßnahme überhaupt lohnt. Typischer Fall: Eine Gewerbeimmobilie soll auf LED-Beleuchtung umgestellt werden, aber die bestehende Steuerung ist veraltet. In der Erstbewertung erfassen wir die vorhandene Anlagentechnik, prüfen die Schaltpläne auf VDE-Konformität und berechnen die grobe Amortisation. Das Ergebnis ist ein vierseitiges Dokument mit einer klaren Empfehlung: weitermachen, vertiefen oder lassen.
Der Aufwand beträgt in der Regel zwei bis drei Tage. Der Kunde erhält keine hunderte Seiten lange Studie, sondern eine Entscheidungsgrundlage. Das spart Zeit und Geld – vor allem dann, wenn sich schon nach der ersten Analyse zeigt, dass die Rahmenbedingungen eine Umsetzung nicht zulassen.
Die Machbarkeitsstudie – für die Investitionssicherheit
Wenn die Erstbewertung ein klares Potenzial zeigt, geht es in die Tiefe. Die Machbarkeitsstudie umfasst eine vollständige Bestandsaufnahme aller elektrischen und gebäudetechnischen Gewerke, eine Messung der Ist-Verbräuche über mindestens vier Wochen sowie eine Simulation der geplanten Maßnahmen. Dabei legen wir besonderen Wert auf die Einhaltung der Grenzwerte nach DIN EN 61000-3-12 für Oberschwingungen – ein Thema, das bei der Integration von Gleichrichterlasten wie Ladeinfrastruktur oder USV-Anlagen oft unterschätzt wird.
Die Studie endet mit einem abgestuften Maßnahmenplan, der jede Einzelmaßnahme nach Kosten, Einsparung und rechtlicher Dringlichkeit bewertet. Der Kunde kann auf dieser Basis eine fundierte Investitionsentscheidung treffen – und hat gleichzeitig die Unterlagen für eine mögliche Förderung nach BEG oder KfW-Programmen.
Die projektbegleitende Umsetzung – für die Praxis
Dieses Format ist für Kunden gedacht, die nicht nur eine Studie wollen, sondern die Umsetzung aktiv begleitet haben möchten. Wir übernehmen hier die Rolle des technischen Projektsteuerers: Prüfung der Ausschreibungsunterlagen, Begleitung der Montage, Abnahme der Gewerke und Dokumentation der Messergebnisse. Besonders bei Anlagen, die unter die Betriebssicherheitsverordnung fallen, ist eine lückenlose Dokumentation der elektrischen Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 unerlässlich.
Die projektbegleitende Umsetzung wird in der Regel als Festpreis pro Bauabschnitt oder als Stundenkontingent mit monatlicher Abrechnung angeboten. Der Vorteil für den Kunden: Er hat einen festen Ansprechpartner, der die gesamte technische Kette überblickt – von der ersten Netzberechnung bis zur finalen Messung der Spannungsqualität.